Kooperation = Arbeitserleichterung + Inspiration

Eindrücke aus der Arbeit einer Lotse-Fachredakteurin

Am Anfang stand die Idee. Wir wollten in EconBiz, der Virtuellen Fachbibliothek Wirtschaftswissenschaften, ein fachliches Online-Tutorial zur Vermittlung von Informationskompetenz einbinden. Bauen wir also etwas Eigenes oder schließen wir uns einem bestehenden Projekt an? Denn dass Kooperation Arbeit spart, war uns von Anfang an klar.
Wir setzten auf Lotse – und im Rückblick kann ich als Fachredakteurin bestätigen: Es hat sich gelohnt.

Neben der echten dauerhaften Kooperation zwischen der Gesamtredaktion in Münster und Fach- sowie Lokalredaktionen im deutschsprachigen Raum überzeugte uns vor allem, dass Lotse alle Facetten der Informationskompetenz abdeckt und fachliche Anteile eine große Rolle spielen.

Welche fachlichen Inhalte gibt es?

In Lotse gibt es sage und schreibe 170 Artikel. Glücklicherweise müssen wir Fachredakteure aber nicht alle Artikel ergänzen. Für uns Neu-Redakteure aus der  Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW) blieben „nur“ 69 Artikel übrig. Denn die Gesamtredaktion arbeitet die fachübergreifenden Inhalte vor. Wir Fachredakteure ergänzen diese dann mit fachspezifischen Informationen. Meist handelt es sich hier um Linklisten, seltener um Texte.

Ein Beispiel: Im Artikel Fachportale gibt es oben allgemeine Erläuterungen und fachübergreifende Links, die für alle Fächer gleich sind. Erst dann folgen die fachspezifischen Linklisten oder Texte.

Recherche von Links

Als Fachredakteurin recherchiere ich also hauptsächlich nach Links.
In Lotse-Artikeln werden „nur“ jeweils die wichtigsten fünf bis sieben Quellen genannt. Bei der Erstellung des Fachs profitierte ich von der gleichzeitigen Arbeit am Verzeichnis von Internetquellen in EconBiz, da es hier einige Überschneidungen gibt. Auch externe Fachportale oder Virtuelle Fachbibliotheken können gute Quellen sein. Wo geeignete Internet-Quellen noch fehlen, habe ich Hinweise auf gedruckte Standardwerke in Lotse eingebracht.

Arbeiten mit dem Content Management System

Für die Eingabe der zusammengetragenen Inhalte nutzen alle Redakteure das Content Management System (CMS) von Lotse. Bevor wir Neuen selbst losgelegt haben, sind wir nach Münster zu einer CMS-Schulung gefahren. Die Münsteraner Kolleginnen zeigten uns dabei alles Wichtige, und wir konnten bereits die ersten Links eintragen, beschreiben und den jeweiligen Lotse-Artikeln zuzuweisen. Anschließend banden wir die Linklisten in die Artikel ein, ergänzten Überschriften und Texte und publizierten die Seiten via Klick im Internet.
An dieser Arbeitsweise hat sich in all den Jahren nichts geändert.

Und der Zeitaufwand?

Im Falle der Wirtschaftswissenschaften benötigten wir für die erste Identifikation von Quellen und die Eingabe der Fach-Inhalte in das CMS schätzungsweise anderthalb bis zwei Personenmonate. Beteiligt waren eine Bibliothekarin und eine Fachreferentin.

Die laufenden Arbeiten an Lotse sind dann relativ wenig zeitaufwändig. Ich stoße etwa alle zwei Monate einen LinkCheck im CMS an, um zu prüfen, ob noch alle von mir eingetragenen Internetquellen erreichbar sind. Die ausgegebenen fehlerhaften URLs prüfe ich dann und korrigiere oder ersetze sie.
In größeren Zeitabständen, etwa alle zwei  Jahre, sehe ich das gesamte Lotse-Fach Wirtschaftswissenschaften durch, da einige Links im Laufe der Zeit auf andere Seiten umgeleitet werden oder neue relevante Seiten im Internet entstehen. Auch dann gibt es jedoch relativ wenig Arbeit, weil die großen Einrichtungen, Portale und Datenbanken sich nicht alle paar Jahre grundlegend ändern.

Die Lotse-Community

Als großen Gewinn erlebe ich die Zusammenarbeit mit der Gesamtredaktion und den anderen Fach- und Lokalredaktionen. Auf jährlichen Treffen besprechen wir Neuerungen und diskutieren redaktionelle Belange. Dabei ist es auch inspirierend zu hören, wie die Kolleginnen und Kollegen Lotse einsetzen.
Während des Lotse-II-Projekts bringen wir Redakteure zudem Ideen zur Überarbeitung der Lotse-Struktur oder zur Erstellung von Tutorials ein. Erst so wird Lotse zu dem, was es ist: Ein aktuelles Angebot zur Informationskompetenz im Internet.

Nicole Krüger arbeitet seit mehreren Jahren  in der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften in Kiel.

Bild im Anreißer von © Stephanie Hofschlaeger PIXELIO, mehr Informationen zur Lizenz
Bild im Lotse-Artikel von mankind auf StockXChng

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