Mal wieder bin ich für das Projekt unterwegs gewesen. In der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn traf sich Anfang März die AG Informationskompetenz der Bibliotheken in NRW. Nach der Einführung in die wichtigen Elemente des didaktischen Konzepts von Lotse stellte ich kurz die bereits umgesetzten bzw. in Umsetzung begriffenen Neuerungen vor. Anschließend entspann sich eine kleine Diskussion.
Vorstellung der Neuerungen
Wie Sie als LeserInnen dieses Blogs schon wissen, haben wir ganz zu Beginn bereits das Lotse-Glossar eingebunden, und seit Anfang des Jahres gibt es die neue Struktur mit den fünf Themenbereichen. Auch stecken wir mitten in der Überarbeitung der Artikel. Dabei kommt es uns darauf an, über Einstiegsfragen zu verdeutlichen, welches Thema ein Artikel behandelt, so dass die NutzerInnen gleich entscheiden können, ob dies relevant für sie ist. Außerdem lockern wir mit Grafiken und Bildern die Artikel auf. Wichtig ist es zudem, die Linklisten zu begrenzen. Sie sollen kurz sein und dem ersten Einstieg dienen – ein Thema, das wir unseren Redakteuren mal wieder in Erinnerung bringen werden.
Bisher nur im Entwicklungssystem eingebunden sind zudem die neuen Lotse-Elemente: Ein erstes Tutorial zum Finden von Informationen im Deep-Web und die dazugehörende Handreichung in der “Toolbox”. An beidem arbeiten wir derzeit intensiv. Sobald beides im Echtsystem eingebunden ist, haben Sie dann auch die Möglichkeit, hier im Blog Feedback dazu zu geben.
In den nächsten Monaten werden wir uns außerdem den Tutorials zu den Themen “Zitieren und Plagiate vermeiden”, “Umgang mit Datenbanken” und “Suchstrategien” widmen. Auf technischer Ebene wird es unter anderem darum gehen, die XML-Schnittstelle für alle zur Verfügung zu stellen und den Lotse-Editor einzubinden .
Austausch und Diskussion
Beim anschließenden Austausch zeigten sich die AG-Mitglieder von der Lotse-Konzeption recht beeindruckt. Daran schloss sich eine Diskussion an, in welcher Weise Lotse-Inhalte in andere Webangebote einbunden werden können. Die XML-Schnittstelle wurde aufgrund dessen als sehr wichtig erachtet. Dabei zeigten sich einige TeilnehmerInnen skeptisch, inwieweit der Arbeitsaufwand vor Ort dann tatsächlich gering gehalten werden könne. Dies hängt natürlich auch damit zusammen, wie intensiv die Lokalredakteure ihre lokalspezifischen Details bereits in Lotse einbringen. Des weiteren gab es eine Nachfrage, inwiefern Lotse denn für weitere lokalspezifische Angebote geeignet sei. So müsse man ein Tutorial zum eigenen Katalog natürlich noch immer selbst konzipieren. Das stimmt – aber Lotse zielt natürlich darauf ab, Angebote zur Verfügung zu stellen, die allen Mitgliedern zugute kommen und so weit als möglich auch eine Einbindung von lokal- und fachspezifischen Informationen erlauben. Ein Katalog-Tutorial ist aber so lokalspezifisch, dass es von den Bibliotheken selbst in die Hand genommen werden muss. Das Know-How hierzu stellen wir unseren Mitgliedern natürlich zur Verfügung – wie dies bereits in einem Workshop im November geschehen ist.
Der Hauptteil der Debatte drehte sich schließlich um das Geschäftsmodell. Da es sich gegenwärtig noch in der Abstimmungsphase befindet, konnte ich hier nur die grundlegenden Elemente skizzieren und versuchen, den Vorteil der Synergieeffekte herauszustellen. Dass Lotse ab Ende September 2010 über die Beiträge der Mitglieder oder anderweitig finanziert werden muss, leuchtete vielen ein. Dennoch wurde auch deutlich, dass sich alle Bibliotheken in einem Spannungsfeld befinden: Nicht nur Angebote wie Lotse sondern auch solche wie die Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB) werden kostenpflichtig, so dass die Infrastruktur, auf die die Bibliotheken bisher gebaut haben, nun auch zum Kostenfaktor wird. Keine leichte Situation für die Bibliotheken und für Lotse – wir werden sehen, wie wir diese Situation meistern.
Bild im Anreißer: Blick von der ULB Bonn auf den Rhein, Quelle: ULB Bonn

